Ein von Gott geeintes Paar
Louis und Zélie Martin sind nicht nur die Eltern der heiligen Therese vom Kinde Jesus. Sie sind selbst Heilige, die gemeinsam heiliggesprochen wurden - ein leuchtendes Zeichen dafür, dass die Heiligkeit im Alltag eines Haushalts entstehen kann. Sie heirateten 1858 in Alençon und entschieden sich von Anfang an dafür, ihr Eheleben als einen Weg zu Gott zu leben. Ihre Liebe war tief, zärtlich und anspruchsvoll. Gemeinsam suchten sie den Willen des Herrn, trugen Prüfungen, erzogen ihre Kinder im Glauben und säten Frieden um sie herum.
Zwei Gott dargebotene Berufungen
Vor ihrer Heirat hatten beide daran gedacht, sich Gott zu widmen. Louis wollte Mönch werden, Zélie Nonne. Doch Gott berief sie an einen anderen Ort: zur Heiligung der Ehe. Indem sie ein von der Liebe Christi bewohntes Zuhause aufbauten, fanden sie ihre Berufung. Ihr Beispiel erinnert daran, dass auch die Ehe ein Weg zur Heiligkeit ist, ein Ort der Hingabe, des gegenseitigen Gebens und der geistlichen Fruchtbarkeit.
Eine Familie, die von Glauben und Leid geprägt war
Louis und Zélie hatten neun Kinder, von denen vier im Kindesalter starben. Zélie selbst starb mit 45 Jahren an Krebs und ließ ihren Mann mit ihren fünf Töchtern allein zurück. Doch die Familie ging nicht unter, sondern blieb vereint und stark im Glauben. Die Briefe, die sie hinterlassen haben, zeigen ein Herz, das vor Liebe zu Gott und ihren Kindern brennt, ein enormes Vertrauen in die Vorsehung und ein großes Feingefühl in den Gesten des Alltags.
Eltern der heiligen Therese
Ihre jüngste Tochter, Therese, wird eine der größten Heiligen der Kirche werden. Doch sie war keine Fallobstfrucht. Sie wurde durch das Gebet, die Zärtlichkeit und die Richtigkeit ihrer Eltern geformt. Louis und Zélie verstanden es, eine tiefe Liebe zu Gott, eine evangelische Einfachheit und eine Stärke in der Prüfung zu vermitteln. Ihr Haus war eine Schule der Heiligkeit, ohne Aufsehen, aber voller Licht.
Ein Zeugnis für die Familien von heute
In einer Welt, in der die Familie oft geschwächt ist, in der die Vereinigung und die Weitergabe manchmal in Frage gestellt werden, bieten Louis und Zélie Martin ein lebendiges Zeugnis. Sie zeigen, dass Heiligkeit nicht Mönchen oder Priestern vorbehalten ist, sondern in einem einfachen Leben, das von Freuden und Schmerzen durchzogen ist, erblühen kann. Sie laden dazu ein, das Evangelium im Konkreten zu leben: bei der Arbeit, in der Erziehung, bei Krankheit, Sorgen und in der ehelichen Liebe.
Eine Botschaft der Hoffnung
Die beiden wurden 2015 kanonisiert und sind die ersten Eheleute, die keine Märtyrer sind, die gemeinsam zu Heiligen erklärt wurden. Ihr Leben ist eine Botschaft der Hoffnung für alle Paare, Familien, Witwen, Witwer und besorgte Eltern. Sie erinnern daran, dass Treue, Hingabe, Familiengebet und bescheidener Dienst jedes Zuhause zu einem kleinen Stück Himmel machen können.
Gebet an den heiligen Louis und die heilige Zélie Martin
Sankt Louis und die heilige Zélie,
die ihr Gott mit eurem ganzen Herzen geliebt habt,
in den Freuden und Prüfungen des Ehelebens,
tretet für die Familien von heute ein.
Helfen Sie den Eheleuten, treu zu bleiben,
den Eltern, den Glauben weiterzugeben,
den Kindern, im Vertrauen aufzuwachsen.
Sie, die Sie Leid erfahren haben,
sind eine Stütze für die Trauernden,
eine Zuflucht für die verwundeten Herzen,
ein Vorbild für diejenigen, die Gott im Alltäglichen suchen.
Durch Ihr Beispiel mögen unsere Häuser Orte des Friedens,
der wahren Liebe und des Lichts werden.
Amen.