Die Fastenzeit wird oft als ein persönlicher Weg erlebt. Doch sie kann auch zu einem schönen Abenteuer werden, das man gemeinsam in der Familie erlebt. Ob Eltern, Kinder, Großeltern oder Geschwister, es gibt tausend Möglichkeiten, diese liturgische Zeit zu einer Zeit des Teilens, des Gebets, des Zuhörens und des Wachstums zu machen. Es bedarf keiner großen Ideen oder strenger Regeln. Was zählt, ist die Absicht: einen Raum zu schaffen, in dem Gott unseren Familienalltag bewohnen kann, sanft und einfach.
Hier sind fünf einfache Ideen, um die Fastenzeit in der Familie zu leben, in Ihrem Rhythmus, entsprechend Ihrer Realität, aber immer mit einem offenen Herzen.
Eine Gebetsecke im Herzen des Hauses einrichten
Eine kleine sichtbare Ecke im Haus einzurichten, kann die Atmosphäre während der Fastenzeit verändern. Das kann ganz einfach sein: eine lila Tischdecke, ein Kreuz, eine Kerze, eine Bibel, die zu einem Vers aufgeschlagen ist, oder sogar ein Stein oder ein Gegenstand, der bei einem Spaziergang mit der Familie aufgelesen wurde. Dieser kleine Raum wird zu einem Orientierungspunkt. Man kann dort in Stille verweilen, am Abend gemeinsam ein Gebet lesen oder vor dem Essen eine Kerze anzünden. Er erinnert ohne Worte daran, dass Gott hier in der Mitte des Hauses ist. Diese ganz einfache Geste schafft eine Atmosphäre der Besinnung und des Friedens.
Eine gemeinsame Fastenanstrengung wählen
Anstatt jeden dazu aufzufordern, sich alleine anzustrengen, warum nicht eine kleine Familienverpflichtung wählen? Das kann sein: sich beim Essen nicht beschweren, danke sagen statt zu meckern, an einem Abend in der Woche den Bildschirm ausschalten, um gemeinsam zu spielen oder zu beten, an manchen Abenden einfacher essen, um an diejenigen zu denken, die weniger haben ... Das Ziel ist nicht, alles zu schaffen, sondern gemeinsam etwas zu erleben, wie einen kleinen Schritt auf Gott zu. Diese gemeinsame Anstrengung schweißt zusammen, ermutigt und lehrt Solidarität.
Jede Woche eine Bibelstelle lesen oder hören
Die Fastenzeit ist eine perfekte Zeit, um sich wieder mit dem Wort Gottes zu verbinden. Jede Woche kann man eine Stelle aus dem Evangelium auswählen und sie mit der Familie lesen. Auch die Jüngsten können zuhören, Fragen stellen und reagieren. Für diejenigen, die es vorziehen, gibt es Audioversionen oder illustrierte Bibeln für Kinder. Nach der Lektüre kann man sich einfach fragen: Was sagt uns dieser Abschnitt heute? Was möchte Gott uns lehren? Es geht nicht darum, einen theologischen Vortrag zu halten, sondern eine Tür für das lebendige Wort Gottes zu öffnen.
Konkrete Gesten des Teilens leben
Die Fastenzeit ist eine Zeit, die sich anderen zuwendet. In der Familie kann man kleine Gesten der Solidarität setzen, die für alle geeignet sind. Einen Kuchen für einen einsamen Nachbarn backen, eine Karte an jemanden schreiben, der gerade eine schwere Zeit durchmacht, Kleidung an eine Organisation spenden, etwas Geld für eine gemeinsam ausgewählte Wohltätigkeitsorganisation zurücklegen... Diese Gesten wecken die Großzügigkeit. Sie geben dem Wort "Geschenk" einen Sinn und lernen, dass der Glaube auch eine Handlung ist. Besonders Kinder behalten diese konkreten Momente mehr in Erinnerung als große Reden.
Eine Zeit nehmen, um den Tag gemeinsam Revue passieren zu lassen
Jeden Abend oder jede Woche kann man einen Moment innehalten, um das Erlebte auf einfache Weise Revue passieren zu lassen. Das kann am Tisch sein oder vor dem Schlafengehen. Jeder kann etwas Schönes sagen, das er erlebt hat, ein Dankeschön, eine Bitte um Vergebung oder ein Gebetsanliegen. Dieses Ritual, auch wenn es nur kurz ist, schafft ein Klima des Vertrauens. Es ermöglicht uns, einen tieferen Blick auf unsere Tage zu werfen, Dankbarkeit zu kultivieren und den Raum des Herzens zu öffnen. Es ist eine schöne Art zu lernen, gemeinsam mit Gott zu sprechen, ohne Druck, in der Wahrheit.
Schlussfolgerung
Die Fastenzeit in der Familie zu leben, ist kein starres Programm. Es ist eine Einladung, gemeinsam zu wachsen, im Glauben, in Sanftmut und im Zuhören. Es bedeutet, unser Haus für ein bisschen mehr Stille, ein bisschen mehr Gebet und ein bisschen mehr Liebe zu öffnen. Diese einfachen Gesten, die Woche für Woche wiederholt werden, hinterlassen eine Spur. Sie bilden einen unauffälligen, aber fruchtbaren Nährboden, auf dem Gott kommen und seine Freude säen kann. Und auch wenn nicht alles perfekt ist, auch wenn man manche Tage vergisst, ist das Schönste dieser gemeinsame Wunsch: der Wunsch, gemeinsam auf Ostern zuzugehen, vereint und mit einem Herz, das ein wenig offener für die Liebe Gottes ist.