Eine lebendige Beziehung zum Himmel
Den eigenen Schutzheiligen zu verehren, bedeutet nicht nur, ihn aus der Ferne zu bewundern, wie man eine Statue auf einem Podest betrachten würde. Es bedeutet, eine lebendige spirituelle Beziehung zu einer Seele zu pflegen, die vom Himmel aus über uns wacht. Der Schutzheilige ist kein Held, der in der Geschichte erstarrt ist: Er ist ein Freund, ein Führer, ein Fürsprecher, ein Weggefährte. Seinen Schutzheiligen zu ehren bedeutet, ihm einen konkreten Platz in seinem Leben einzuräumen, zu lernen, an seiner Seite im Licht Gottes zu wandeln.
Warum sollte man seinen Schutzpatron ehren?
Den eigenen Schutzpatron zu ehren, ermöglicht es uns, unser christliches Leben zu vertiefen. Heilige sind nicht nur Vorbilder der Heiligkeit, sondern auch Zeugen der Barmherzigkeit Gottes. Ihr Leben zeigt, dass es unter allen Umständen möglich ist, auf den Ruf des Evangeliums zu antworten. Indem wir sie ehren, erkennen wir das Werk Gottes in ihrem Leben an und öffnen uns für ihre Hilfe. Es ist auch eine Möglichkeit, im Glauben nicht allein zu gehen, sich unterstützt und ermutigt zu fühlen.
Diese Beziehung im Alltag leben
Regelmäßig zu seinem Schutzpatron beten
Eine der ersten Möglichkeiten, seinen Schutzpatron zu ehren, besteht darin, im Gebet mit ihm zu sprechen. Das kann ein bereits geschriebenes Gebet sein oder ein freies, spontanes Gebet. Es ist gut, ihm unsere Absichten, Zweifel und Pläne anzuvertrauen. Wenn man regelmäßig zu ihm betet, hält man eine lebendige Verbindung zu ihm aufrecht, so wie man mit einem lieben Freund sprechen würde. Man kann ihn auch bitten, bei Gott für uns einzutreten, uns bei unseren Entscheidungen zu inspirieren und uns zu helfen, im Glauben zu wachsen.
Sein Leben lesen und meditieren
Deinen Schutzheiligen zu ehren, bedeutet auch, sich die Zeit zu nehmen, seine Geschichte kennenzulernen. Seine Biografie zu lesen, seine Schriften zu entdecken, seine Zeit und die Kämpfe, die er geführt hat, zu verstehen... All diese Elemente helfen, seine spirituelle Botschaft besser zu verstehen. Das Leben eines Schutzheiligen ist niemals banal: Es ist immer von Prüfungen, Bekehrungen, Gesten der Liebe oder des Glaubens durchzogen, die in ihrer Einfachheit außergewöhnlich sind. Wenn man über sein Leben nachdenkt, entdeckt man konkrete und zugängliche Wege zur Heiligkeit.
Imitieren Sie Ihre Tugenden
Heiligkeit ist kein abstraktes Konzept. Jeder Schutzheilige verkörpert eine oder mehrere Tugenden auf besondere Weise: die Nächstenliebe bei Vinzenz von Paul, die Demut bei der heiligen Therese von Lisieux, den Mut beim heiligen Georg, das Gottvertrauen beim heiligen Josef... Wenn wir versuchen, diese Tugenden in unserem eigenen Leben nachzuahmen, ehren wir ihr Beispiel zutiefst. Das treibt uns zur Bekehrung, zur inneren Wandlung und bringt uns Christus näher.
Sein Andenken feiern
Jedem Schutzheiligen ist ein Tag im liturgischen Kalender zugeordnet. Es ist wertvoll, diesen Tag auch auf einfache Weise zu begehen: an der Messe teilnehmen, ein besonderes Gebet sprechen, eine Kerze anzünden, einen spirituellen Text lesen, einen Moment mit Verwandten teilen... Diese jährliche Feier ist eine wichtige Zeit, um die Verbindung zu ihm wieder aufleben zu lassen und sich an sein Beispiel zu erinnern. Man kann dieses Datum auch in seinem spirituellen Tagebuch markieren oder ihm eine Zeit persönlicher Einkehr widmen.
Eine sichtbare Darstellung haben
Ein Bild, eine Ikone oder eine Statue seines Schutzheiligen zu Hause zu haben, ist eine konkrete Möglichkeit, seine Gegenwart spürbar zu machen. Dieses sichtbare Zeichen erinnert an seine Nähe und lädt zum Gebet ein. Das kann eine Gebetsecke sein, ein Rahmen an der Wand, eine Medaille, die um den Hals getragen wird, eine Darstellung in einer Bibel oder einem Gebetsbuch. Diese materiellen Zeichen nähren unseren Glauben, indem sie uns helfen, unseren Schutzheiligen in unserem Alltag präsent zu halten.
Zeugnis von seiner Hilfe ablegen
Es ist auch schön, Zeugnis davon abzulegen, was unser Schutzheiliger uns gebracht hat. Das kann in einem Austausch mit einem Angehörigen sein, in einer geistlichen Schrift, in einem gemeinsamen Gebet... Wenn wir von ihm sprechen, machen wir ihn bekannt und verlängern sein Werk. Es kann andere dazu anregen, ihn zu entdecken und sich ihrerseits mit ihm zu verbinden. Die Heiligen strahlen durch diejenigen, die sie lieben.
Honorieren in der Kirche
An lokalen Pilgerfahrten oder Festen teilnehmen
In manchen Pfarreien oder Regionen werden Schutzheilige durch Prozessionen, Messen und Pilgerfahrten gefeiert. An diesen Festen teilzunehmen bedeutet, den Schutzheiligen öffentlich zu ehren und seinen Glauben zu bezeugen. Sie sind auch eine Zeit der Gemeinschaft, der Freude und des gemeinsamen Gebets. Wenn ihr Schutzheiliger einen Schrein, eine Gedenkstätte oder eine Pilgerstätte hat, kann man auch dorthin gehen, um ein Anliegen anzuvertrauen oder neue Kraft zu schöpfen.
Sein Beispiel in die eigene Sendung einbeziehen
Wenn Ihr Schutzheiliger auch der Patron Ihres Berufs, Ihrer Gemeinschaft, Ihres Landes oder Ihres Engagements ist, ist es schön, sein Beispiel in diesem Rahmen zu erwähnen. Ein Lehrer kann den heiligen Johannes den Täufer von La Salle anrufen, ein Arzt den heiligen Lukas, ein Katechet die heilige Monika... Dies verleiht Ihrem Handeln eine spirituelle Dimension, in Verbindung mit demjenigen, der im Evangelium einen ähnlichen Ruf erfahren hat.
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