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Vom Jubel zum Kreuz: Die Zerbrechlichkeit unserer "Hosanna"

Artikel veröffentlicht am 22/07/2025 in der Kategorie : Religiöse Nachrichten
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Ein jubelndes Volk ... für wie lange?


Der Palmsonntag beginnt mit Freude. Jesus zieht unter großem Jubel in Jerusalem ein. Die Menge ist da, versammelt und begeistert. Man schneidet Zweige ab, breitet Mäntel aus, ruft "Hosanna!" und erkennt Jesus als den, der im Namen des Herrn kommt. Die Stimmung ist triumphal, hell. Die Erwartung ist groß. Man glaubt, dass etwas Großes geschehen wird. Und dennoch...

Wenige Tage später schreit dieselbe Menge: "Kreuzige ihn!" Sie wendet sich ab. Sie schweigt. Sie sieht zu, wie der König, dem sie zugejubelt hatte, zur Folter geführt wird, ohne etwas zu sagen. Hier, in dieser plötzlichen Umkehrung, offenbart sich die Zerbrechlichkeit unseres "Hosianna". Eine menschliche, universelle Zerbrechlichkeit. Und die, wenn wir die Demut haben, sie zu erkennen, zu einem Weg der Umkehr werden kann.


Unsere aufrichtigen Impulse... aber instabil


Wenn wir diese Passage lesen, ist es leicht, die Menge zu verurteilen. Sie als wankelmütig, heuchlerisch und verräterisch zu beschuldigen. Aber wenn wir ehrlich sind, ist diese Menge auch wir. Wie oft haben wir Jesus von ganzem Herzen zugejubelt ... um ihn ein paar Tage später wieder zu vergessen? Wie oft waren unsere Gebete stark, aufrichtig, brennend ... bevor sie im Alltag erloschen oder in Ablenkungen verwässert wurden?

Unsere "Hosiannas" sind oft aufrichtig. Aber sie sind zerbrechlich. Sie werden von der Emotion, dem Moment und dem Wunsch zu glauben getragen. Aber sie halten nicht immer der Prüfung, der Dauer, dem Schweigen Gottes stand. Wie Petrus, der verspricht, niemals zu verraten, und dann verleugnet. Wie die Jünger, die mit Eifer folgen und dann im Garten Gethsemane fliehen. Der Glaube ist ein Weg. Nicht ein vorübergehendes Gefühl. Und in dieser anerkannten Zerbrechlichkeit kommt Gott zu uns.


Jesus weicht nicht vor der Unbeständigkeit zurück


Das, was im Evangelium zutiefst erschüttert, ist, dass Jesus die Herzen der Menschen kennt. Er weiß, dass der Jubel keinen Bestand haben wird. Er weiß, dass seine Freunde in dem Moment einschlafen werden, in dem er sie am meisten braucht. Er weiß, dass die Menge die Seiten wechseln wird. Und dennoch schreitet er voran. Er betritt Jerusalem mit offenen Augen. Er lässt sich nicht von leichtem Ruhm verführen. Er kommt, um bis zum Ende zu lieben.

Er wendet sich nicht von denen ab, die ihn verlassen werden. Er verurteilt nicht diejenigen, die ihn vergessen werden. Er fährt fort zu geben. Zu vergeben. Zu lieben. Seine Treue hängt nicht von unserer Treue ab. Er ist treu, auch wenn wir es nicht sind. Und das ist es, was rettet. Das, was aufrichtet. Was unsere zerbrechlichen "Hosiannas" zu einem Ausgangspunkt macht, nicht zu einer Verurteilung.


Und was mache ich mit meinen "Hosiannas"?


Diese Frage sollte sich jeder Christ stellen. Bin ich nur in der Begeisterung ein Jünger? Erkenne ich Christus, wenn er bejubelt wird, entferne mich aber, wenn er gedemütigt wird? Bleibe ich in seiner Nähe, wenn er am Kreuz hängt, oder ziehe ich es vor, ihn zu vergessen, wenn er stört?

Dies ist keine Einladung zu Schuldgefühlen. Es ist eine Einladung zur Wahrheit. Zur Demut. Zur stillen Treue. Unsere Impulse sind wertvoll. Unsere Gebete sind aufrichtig. Aber der Glaube braucht Tiefe, Ausdauer und Wurzeln. Er wird nicht an der Anzahl der Zweige gemessen, die wir in der Hand halten, sondern an dem Platz, den wir Christus in den dunklen Bereichen unseres Lebens lassen.


Vom "Hosanna" zur Stille des Grabes ... und zum Licht des Morgens


Die Karwoche ist ein Weg. Sie beginnt mit dem Fest, geht durch Verrat, Leiden, Tod ... und mündet in die Auferstehung. Jesus verweigert unseren Jubel nicht, aber er lädt uns ein, ihm bis zum Ende zu folgen. Mit ihm durch die Prüfung zu gehen, um mit ihm aufzuerstehen.

Unsere zerbrechlichen "Hosiannas" können durch die Gnade Gottes zu festen Gebeten werden. Unsere unbeständigen Versprechen können sich in tiefe Verpflichtungen verwandeln. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, auf dem Weg zu bleiben. Weiter zu gehen. Wieder aufzustehen. Und darauf zu vertrauen, dass er sich nie abwendet, selbst wenn unser Glaube wankt.


Schlussfolgerung


Der Palmsonntag beleuchtet die Zerbrechlichkeit des menschlichen Herzens. Er offenbart, dass unser "Hosianna" manchmal flüchtig ist, dass es aber wahr werden kann, wenn wir es in der Liebe verankern. Christus nachzufolgen bedeutet nicht nur, ihm im Licht zuzujubeln, sondern ihn auch in der Dunkelheit zu wählen. Und genau hier, genau hier, beginnt das Licht von Ostern aufzuleuchten. In einem Herzen, das trotz seiner Schwächen weiterhin sagt: "Herr, ich will dir nachfolgen."


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